Dank Donald: Dynasty is back!

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Ich bin zurück, erwacht aus der Herbststarre, denn es gilt zu feiern: Das Comeback von Glamourtrash im Weissen Haus! Sozusagen Dallas & Dynastie im Doppelpack. Ich persönlich mochte Dynasty = Denver Clan mehr als das eher rustikale Dallas. In Dynasty gabs Biig Hair, mega Schulterpolster, zwei Ladies in zwei kontrastierenden Haarfarben (Crystal und Alexis) und den Scheff mit der grossen, weissen Haartolle. Voilà, meet Donald und Melania (klingt wie Milandia, der Freizeitpark der Migros in der Agglo), Alexis muss noch kreiert werden, vielleicht läuft ja die aufgetakelte Katie Perry noch über. Sie rechnete sicher fest mit einer Einladung ins Weisse Haus, allerdings in anderer Besetzung. Viele Stars, die ich in der letzten Wahlnacht ansehen durfte/musste, auch. So Bon Jovi und die missmutige Lady Gaga, die ja ausser Schulterpolster tragen und empört korrekt tröten, gar nix kann.

Anyway, ich bin froh, dass es so gekommen ist. Natürlich hoppte ich auch für Hillary, einfach, um mal eine Frau an die US-Spitze zu kriegen. Leider war mir längst klar, dass mit ihr auch die alte Hypothek, nämlich Porno-Bill mit der Saufnase und, wie ich vermute, einer unheilbaren Krankheit, er ist ja grauenvoll klapprig geworden (auch im Hirn), in Kauf genommen werden muss. Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass es sich NIE lohnt, einen chronisch grabschenden/betrügenden Gatten (Melanie, das musst du auch gut überlegen…) durch all die Ehe- und deshalb wankenden Jobjahre mitzushleppen. Wieviele Frauen haben wohl im letzten Moment gedacht, dann doch lieber Doni als Bill!? Letzter hätte sich ja überall eingemischt, wie üblich sehr zu Hillarys und unser aller Schaden. Jetzt ist das Problem gelöst, die Clintons sind fertig – und ich habe soeben eine Anfrage gesendet, ob sie bei meinem Lesezirkel einen Vortrag halten will. Honorar leider aktuell bloss 100, statt 100 000 Wenn sie kommt, melde ich das rechtzeitig.

In der Wahlnacht war es ja sehr witzig zu sehen und zu hören, wie die KommentatorInnen von abschätzig zu perplex, zu schockiert, dann schon zu leise anbiedernd schwenkten. Positiv aufgefallen ist mir, dass bei den US-Stationen Frauen und Männer kommentierten und zwar zu einer hälftigen Quote. Bravo. Da hat sich wirklich was geändert. So kann ich vorläufig noch auf eine echte First Lady im Weissen Haus, also eine, die Nuklearknöpfe drücken kann, verzichten. Verzichten kann ich auch erstaunlich gut auf den Schampagner-Schick, den die Obamas seit längerem verbreiten. Wo bleibt da die Zeit, sich mal ernsthaft mit Politik zu befassen, wenn man wie Obama im regierungseigenen Düsenflugzeug Wahlkampf macht? Dabei gerne die Leute verunglimpft, die Mr. Big Hair aus Verzweiflung wählen wollen. Weil sie nicht Biogärtnern können, sondern nix zu essen haben. Ich sah gestern eine Reportage über ein Paar, das im Auto lebt, mit den zwei Kindern, ohne festen Wohnsitz, am Verlumpen. es hat mir das Herz zerrissen. Ich dachte an Hillary, die keine Ahnung hat, wie es sich anfühlt, wenn man ganz unten ist.

Apropos, aus gut informierter Quelle weiss ich, dass sie schon ein Feuerwerk bestellt hat, es nun leider zurückgeben muss. Noch viel spannender ist aber, dass ich auch eine Quelle einer Quelle kenne, die den Trumps, also der Zukunft ist blond, die Haare macht. Ich hoffe, Melania vergreift sich in der Kleiderwahl nicht so wie Michelle, die kürzlich trotz der extrabreiten Hüften, schlauchenges Versace trug. Da haben sicher viele Augen gemacht, auch die Frau ohne Job im Auto. Wir haben nachgerechnet und erbarmungslos gedacht, wie  dekadent. Die Regierung tanzt, während wir am Boden liegen. Also da ist wirklich was falsch gelaufen. Aber jetzt sind ja die Cüpli-Demokraten weg vom Fenster und machen „Kabbale und Liebe im Weissen Haus“-Platz. Ich habe übrigens geträumt, dass ich Donald hier in meinem Quartier begegnete. Er war sehr nett, sagte grüezi, ich sagte: Hallo Donald, ich war mal in deinem Trump Tower mit meinen Söhnen, es gefiel mir sehr gut. Dann wachte ich auf und dachte, so eine opportunistische Nudel bist du also, gestern noch feministisch ist flott und black is beautiful, heute schon blond ist viel better!? Aber ich kann jetzt ja sagen und denken, was ich will, so herrlich verrentet und niemandem mehr Anstand schuldend. Ausser bei denen, bei denen es sich lohnt. Das wäre auch ein guter Rat an Doni. Happy Einstand im White Palace!

http://www.marianneweissberg.ch – leider völlig unglamourös, dafür mit schönen Fotos aus dem Alltag einer echten Autorin!

Mein Herbst-Mini-Sabbatical…

 

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Liebe Leser und Leserinnen, ich mache ab sofort ein paar Wochen Herbstpause und bin dann mal weg…. es gibt ja so viel Schönes & Feines ausserhalb der virtuellen Blog-Welt zu entdecken! Was meinen Magen und Hirn erquickt. Siehe Foto.

http://www.vollreif.ch bietet inzwischen Lektüre für alle Lebenslagen

Eeeendlich (glücklich) jobless in Züri!

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Der Titel könnte in die Irre führen, nein, ich bin nicht in jenem Sinne arbeitslos, so wie in der Wirtschaftskrise 2008/9. Damals warfen ja unanständige Firmen ihre Leute flugs raus, nicht weil sie an Geldmangel litten, sondern an Anstand. Denn umgehend wurden wieder Leute eingestellt, die man billiger besorgt hatte. Das war damals für mich sehr bitter. Aber daraus entstanden auch wieder neue Bücher, so ein hübsch fotografiertes Kochgeschichtenbuch, wie ich mich durch die Krise kochte und fotografierte. Und noch einiges anderes, wie ab 2010 mein Kolumnen/Blog-Bränd „Weissbergs Weissheiten“, die sich bis neulich  durch drei Online/Printmedien kolumnierten. Verdient habe ich damit eher wenig. Mich zunehmend zensieren & schikanieren lassen. Das widerte mich an.

Und drum war ich erleichtert, als sich im letzten Medium die neue Scheffredaktörin dermassen taktlos ein- und aufführte, dass ich meinen Hut nahm. Auch, weil ich ja vor einigen Tagen 64 wurde, damit ganz offiziell Rentnerin bin. Ist das nicht ein glücklicher Zufall? Ich lass mir das auch nicht madig machen, vom grad aktuellen Hype, rentnernde BabybommerInnen als faul und gierig zu bezeichnen. Wir haben ein Arbeitsleben lang unsere AHV-Beiträge abgeliefert, wir Frauen haben dazu noch dicke Bäuche herumgetragen, den Inhalt herausgepresst, jahrelang Fudi geputzt, schlaflose Nächte wegen kreischender Kids, schlecht bezahlter Knochenjobs, nahender Altersarmut gehabt. Ich bin ganz sicher, diejenigen Jungen, die jetzt ihre Beiträge bezahlen, sind uns sehr dankbar, dass wir sie erzeugt und versorgt haben!

Im Gegensatz zu solch doofen Babyboomer-Lügenmärlis in den Medien begegnen mir junge Menschen also mit Mega-Respekt und neiden mir meinen sauer verdienten Ruhestand überhaupt nicht.  Das mag an meinen grauen Haaren liegen, die ich längst nicht mehr färbe. Wozu auch? Ich muss keinem Scheff mehr höbelen, nicht mehr jung aussehen und nett sein, weil ich fürchtete, irgendeinen ungeliebten  Job zu verlieren. Jetzt ist es so, wie es ist: Ich kriege die AHV, dazu ein wenig Pensionskassenrente, weil ich endlich glücklich jobless bin dank Vollreife. Will heissen, ich kann tun und lassen, was ich will. Muss mir nichts mehr vorschreiben lassen, von jemandem, der oder die die Empathie einer Tomate hat. Ist es nicht ein herrlicher Luxus, die Füsse hochzulagern, das Nichtstun zu geniessen, so wie ein feines Essen? Ein wenig auf dem Balkon herumzustehen, an den Pflanzen zu zupfen. Eigentlich plante ich, nach dem Tod meiner Hündin in die Ferne zu reisen. Ich dachte, jetzt bist du total ungebunden, dann merkte ich, ich will gar nicht. Nirgendwohin, hier ist es schön. Wenig tuend. Lesen, was ich will. Vielleicht lese ich mich mal durch meine eigenen Bücher. Vielleicht, vielleicht, oder auch nicht. Herrlich!! (P:S. Was ich jetzt tue oder lasse, können Sie natürlich weiterhin auf diesem Weissheiten-Blog erfahren…)

http://www.vollreif.ch zeigt all die erwähnten Bücher, man kann online bestellen oder gleich direkt bei mir abholen, ich bin ja jetzt immer Daheim  :)

Tatütatü: Meine hauseigene Alarm-Anlage!!!

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Es ist schon interessant, wie ich mein Bauchgefühl erlebe. Ist es gut, passieren die Entscheidungen butterweich: Ich finde etwas interessant, schön, anständig,  mein Bauch protestiert nicht, ich handle – und dann wird alles gut. Und dann gibt es diese Situationen, in denen das Bauchgefühl mahnt: aaanhalten, aussteigen bei der allernächsten Haltestelle!  Leider habe ich das Talent, mir immer wieder etwas schönzureden, wenn längst ein Bauchgefühl-Riesenfinger auf die Fakten hinweist, die überhaupt nicht koscher sind: Meine hauseigene Alarmanlage geht an. Tatütatü!!

Zum Beispiel bin ich jetzt ja seit einigen Wochen eine Frau ohne Hund. Und, so habe ich erkannt, das passt momentan ganz gut zu mir. Ich muss mich erholen von den beschwerlichen letzten Altersjahren meiner Hündin, die auch für mich sehr, sehr anstrengend waren. Und ich bin viel ungebundener. Ich muss nicht mehr nach Hause rennen.  Es gibt auch weniger zu putzen, ja, das empfinde ich als angenehme Surprise des hundelosen Lebens. Ausserdem kann ich ungestörter überall hingehen, die Leute mit Hund, die einem unbedingt etwas über ihre Fifis mitteilen wollten, was man dann mit eigenen Hundestories kontern musste, sind aus meinem Radar gefallen. Das ist ein Plus im Minus.

Trotzdem, die Trauer ist noch da, hie und da heftig. So denke ich halt öfters über ein Leben mit einem neuen Hund nach. Wann wäre ich bereit dafür? Bald oder erst irgendwann? Garantiert gesund und freundlich sollte er sein, so dass er sich leicht erziehen lässt, um mein Leben während Jahren zu bereichern. Also muss es einer sein, der aus liebevoller, seriöser Aufzucht kommt. Bloss sind ja solche Hunde nicht readymade, wenn ich beschliesse: Ja, jetzt will ich wieder. Und Hunde mit Stammbaum sind teuer. Wer erklärt, dass der Anschaffungspreis eher unbedeutend sei, weil ja die Folgekosten erst richtig einschenken, weiss vielleicht nicht, dass ein Rassehundwelpe, ich mag Labrador und Golden Retriever, in der Schweiz runde 2500 kosten. Das ist viel Geld, das muss man erst mal hinblättern können.

Also hatte ich vorgestern die Eingebung, doch mal auf jenen Bauernhof zu fahren, der Retriever-Welpen inseriert hatte. Perfekterweise gar nicht weit von Zürich. Ich mache es kurz, die Hündli waren herzig, alle Welpen sind herzig, aber nichts stimmte. Nicht unbedingt, weil es papierlose Welpen waren. Es war alles nicht so, wie ich es machen würde, wenn meine Hündin Welpen hätte. Ich würde es ihr und denen gemütlich, warm, sauber und kurzweilig machen, weil diese Welpen ja gute, glückliche  Haushunde werden sollen. Sowas benötigt sicherlich einigen Aufwand, was man ja gerne bezahlen würde. Jedenfalls ich. Als ich nach Hause kam, roch ich mistig nach kaltem Kuhstall, in dem die  Welpen gelagert waren, und so warf ich eilig all meine Kleider noch spätabends in die Waschmaschine. Die Sache stank.

Der Bauchgefühl-Riesenfinger stupste mich bereits mit aller Macht und schob mich in die Abteilung: Ja nöd – ABSAGE! Es war ja alles falsch, roch nach Mitleidkauf, und doch redete ich es mir noch zwei Tage lang möglichst schön. Bis ich mir, ich kam grad retour von einem langen Stadtspaziergang, bei dem ich alle Zeit der Welt hatte, pro (nix) und contra (alles) zu überlegen, schliesslich eingestehen musste: SO will ich das nicht. Ich bin ehrlicherweise nicht so sicher, ob es nicht auch eine Rolle spielte, dass ich meine neue Freiheit nicht gleich wieder aufgeben will. Ich denke schon, sagt grad mein Bauchgefühl. Ganz wichtig war für mich jedoch die Erkenntnis, dass ich meine Standards und Ansprüche nicht senken darf oder muss. Nur SO wie ich es mir wünsche, passt es schliesslich auch für mich. Und dann wird  alles richtig und gut. Für alle. Und damit wären wir wieder beim guten Bauchgefühl.

www.vollreif.ch – die Verlagsseite für das gute Lesegefühl…

Mein (neues) Leben ohne Hund

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Seit fast vier Wochen bin ich ohne Hund. Nach dreizehn Jahren, in denen sie, ich nannte sie gerne meine „Assistentin“,  immer an meiner Seite war. Eigentlich fast unglaublich. Keine meiner Liebesbeziehungen dauerten so lange. Meist war ich bei denen viel zu rasch Feuer und Flamme, dann kühlte sich die Begeisterung ab. Was ich allerdings nicht sehen wollte. Und dann blieb man halt zusammen. Leider. Bei meiner Hündin war es anders, in den ersten Wochen stand ich unter Schock, hilfe, die bleibt jetzt hier bei mir, und ich muss sie lieben. Erst als jemand mir vorschlug, mir vorzustellen, sie sei bloss für die Ferien hier, war ich beruhigt. Und dann kam die Liebe zu diesem pelzigen Wesen, und sie blieb fast dreizehn Jahre bestehen. Einmal reiste ich nach Amerika, sie blieb bei einem Jetzt-Ex, einmal war sie zwei Tage im Tierspital. Prompt konnte ich nicht schlafen, ich war so gewohnt, dass sie neben dem Bett lag.

Beinahe zwei Jahre lang, in denen ich bereits sah, wie sie gebrechlicher wurde, zerbrach ich mir den Kopf, wie ich es schaffen sollte, sie einzuschläfern. Es waren ganz praktische Dinge. Als es dann so weit war, handelte ich generalstabsmässig. Ich bereitete ihr einen letzten, schönen Tag, an dem ich, ich gestehe es, schon fast alle ihre Besitztümer diskret wegräumte. Ich wollte sie nicht vor Augen haben, wenn ich alleine aus der Tierarztpraxis heimkehrte. Ich weiss gar nicht mehr, wie ich diesen Tag schaffte, heute denke ich, dass meine Lebenserfahrung mir half. Es gibt einfach Dinge, bei denen muss man sich zusammenreissen, weil man es anderen schuldig ist. Ja, auch einem Haustier.

Was ich auch vorher schon tat: Ich ging alleine spazieren, um zu testen, wie ich mich fühlen würde. Und oh Wunder, als es dann so weit war, dass ich wirklich alleine unterwegs sein musste, ohne Hund an meiner Seite, da gefiel mir das nach einigen schmerzlichen Momenten (hier auf dieser Wiese, dort auf diesem Weg, da waren wir gemeinsam unterwegs) sogar sehr gut. Ich kann nun ganz spontan in einen Laden, in eine Kunstgalerie, auf verkehrsumtosten Routen mitten durch die Stadt gehen, mal zügig, mal gemütlich. So wie mein Vater, der ein passionierter Stadtgänger war, allerdings lieh er sich dazu gerne meinen damaligen Hund, einen richtigen Raufbold aus, der sich dann lammfromm benahm. Auch weil mein Vater immer einen Spazierstock mitnahm, der Timmy Respekt einflösste.

Was erst seltsam war? Wenn ich nach Hause kam, dann kein Hund hinter der Türe wartete. Doch auch das hat sich gelegt. Ich bin selber erstaunt, wie gut ich den Verlust meiner felligen Freundin verkraftet habe. Wobei, ich glaube, sie möchte das so. Am ersten Tag, nachdem sie gestorben war, sah ich einen Eisvogel an der Sihl, ein paar Tage später eine grasgrüne Grille auf dem Esstisch sitzen, und dann vorgestern baute sich am Himmel aus mächtigen Wolken ein Hund auf, okay, er sah eher aus wie Struppi aus dem Comic. Aber für mich sind es Zeichen, hey, Scheffin mach weiter im Leben, und wenn du eine Nachfolgerin haben möchtest, ich habe nix dagegen. – Übrigens, hier spricht wieder Ihre Frau Vollreif, ich glaube nicht an Regenbogenbrücken und jenseits, wo man dann seine Haustiere wieder trifft, denn auf einige bin ich nicht grad erpicht, ich denke, nach dem Tod ist man einfach weg. Na ja, hie und da gibt man vielleicht ein Zeichen, das eine muss ja das andere nicht ausschliessen, oder?

Foto: Ich habe extra ein sehr symbolträchtiges Foto präsentiert, das muss Sie nicht schrecken, denn diese Bank am Bodensee zeigt wundervolle Aussichten auf den See!

www.vollreif.ch zeigt Bücher und Fotos by & bei Marianne Weissberg, schauen Sie rein…

Kellerfluchten und Kellerlieben!

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Ich bin überhaupt kein Sommermensch. In der Hitze kann man sich höchstens die Kleider vom Leib reissen und hilflos hecheln. Im Winter jedoch kann man sich gegen die Kälte erfolgreich wehren, mit Lagen über Lagen, die man über dem Körper mehr oder weniger modisch drapiert. Und so übersteht man die Wintermonate. Der Herbst könnte ewig dauern, denn er passt wunderbar zu meiner Vollreife. Die herbstliche Sonne scheint, aber sie quält nicht mehr. Sie liebkost die Glieder. Endlich die Sommerfetzen beiseite räumen, und wenn es dann kühler wird, die Herbstnebel wallen, es morgens nach Herbst riecht, dann räumen einige die Sommerklamotten in den Keller. Wenn es denn dort noch Platz hat. Bei mir auf jeden Fall, denn ich habe meine Liebe zu meinem grossen, hellen, ordentlich belüfteten Keller entdeckt. Das kam so: An den verdammt heissen und verhassten Sommertagen steige ich fast täglich in meinen Keller hinab. Mitsamt meiner hechelnden Hunde-Lady. Längst haben wir es uns da sehr gemütlich eingerichtet. Erst eher zufällig, weil ich da ja auch einige Möbelstücke deponiert hatte. Schöne, so wie mein Eames Lounge Chair, den ich mal angeschafft habe, als ich noch weitläufiger wohnte. Jetzt wirkt er viel zu wuchtig, nicht aber in meinem Kellerabteil. Da sieht er richtig toll und mondän aus. Dann rollte ich einen der gelagerten Teppiche aus. Passte sehr gut zum Chair. Das nächste Mal nahm ich meine Lesebrille mit und packte einen Stapel Memoiren-Manuskripte aus, fing an, zu lesen. Ich wusste gar nicht, dass ich mein Leben so spannend beschreiben kann.

Längst ist die grosse Sommerhitze gestorben, meine Hundedame kürzlich auch. So endeten meine Kellerfluchten, doch wenn mein Grossneffe da ist, liebt er es, noch schnell einen Abstecher mit mir in den Keller zu machen, um zu sehen, ob noch alles da ist. Auch sein feuerrotes Feuerwehrauto, das er dann prompt hinaufschleppte. Ich glaube, so ein Keller spiegelt das wahre Leben seiner Menschen. Wird alles, was man nicht sehen will, dorthin entsorgt und breitet sich dann, wie man hofft, ungesehen, dort unten das Chaos aus, sollte man auch im Oberstübchen aufräumen. So gesehen ist mein Leben ganz in Ordnung. Dank meiner (etwas obsessiven?) Kellerliebe. Auch wenn nun ein liebes Gewohnheitstier schmerzlich fehlt. Doch ich bin erstaunt, wie gut ich mich in ein Leben ohne Hund eingewöhnt habe. Im Keller liegt nun das Kuhfell, auf dem sie so gerne schlief, ein fast neues Schaffell, das noch ein wenig nach ihr duftet. Im Keller sind sie gut aufgehoben. Wer weiss, ob meine Hündin je eine Nachfolgerin haben wird? Die dann an heissen Sommertagen kleine Kellerfluchten mit mir unternimmt – und der Kellerkreislauf wieder beginnt…

www.vollreif.ch – mit Bildern meiner verstorbenen, vierbeinigen Verlagsassistentin und den Büchern, in denen sie eine Rolle spielt.

 

Mein Mexit oder Abwarten und Tee trinken?

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Was momentan in Grossbritannien passiert, erinnert mich sehr an Trennungen, so wie sie unsereins im Laufe des Lebens passieren. Diesmal sind Nationen erschüttert. Und wie bei persönlichen Trennungen sind die Parteien überaus menschlich und haben für mich Wiedererkennungseffekte. Beispiel David Cameron. Der zündelte herum, dachte in seinem Grössen/Liebeswahn, soll das Volk mir doch Tribut zollen und unisono erklären: Wir bleiben bei dir und damit auch in der EU. Als er dann in seiner Erklärungsrede zum (ups, hat nicht geklappt)Brexit erklärte, die Nation brauche nun einen Captain, aber leider, leider stehe er dafür nicht mehr zur Verfügung, dachte ich: was für ein aufgeblasener Schmock. Erinnert mich an jenen Captain des italienischen Kreuzfahrtschiffes, der sich als Erster von Bord machte, nachdem er das Schiff mutwillig in Gefahr gebracht, dann sinken liess.

Wie bei einer Trennung kamen gleich nach dem Brexit kalte Füsse auf. Huch, was haben wir gemacht, schwante es vielen. Jedenfalls denen, die keine tumben Fremdenhasser sind. Als ich übrigens hörte, dass die Jungen nun lauthals klagen, jedoch offensichtlich nur ganz minimal abstimmten. (Ferien, Facebook, dies und das, etc.etc.), während die üSechzigjährigen an die Urnen eilten, um pro oder contra zu stimmen, war ich erst düpiert, doch auch das ist menschlich. Man merkt oft erst im Nachhinein, was man besser hätte machen müssen. Oder überhaupt hätte machen müssen.

Ich glaube, wir müssen die Trennung lieber nochmals gaaanz lange überdenken, lässt aktuell das UK verlauten. Die Gegenpartei war natürlich gekränkt, dass man sie sitzen lassen wollte, die einen in der (EU)-Familie drängen auf sofortigen Rausschmiss. Was jedoch, wie ich finde, gottlob nicht geht, denn so eine nationale Abstimmung ist ja kein offizieller EU-Scheidungsantrag – vielleicht könnte man nochmals eine Abstimmungsrunde einläuten, mal bei Nachbars oder gar bei Mama Rat holen und überhaupt… Auch das kenne ich, dass man also bei Trennungen verzweifelt überlegt, wie man Gesagtes zurücknehmen, wer was dazu meint, dann alles nochmals nagelneu und natürlich viiiel besser aufgleisen möchte. Was meist nicht funktioniert, glauben Sie mir!

Mir tun eigentlich alle Brexit-Beteiligten leid. Sogar die Queen, die ja erst noch in mint und pink ihr Jubeljahr feierte und nun das: der Birtdaycake Grossbritannien präsentiert sich als Schlachtfeld. Ganze Stücke wie Schottland, Wales und Nordirland werden womöglich bald fehlen. Mir kam auch schon der Gedanke, dass Regina Elisabeth als Premierministerin kandidieren sollte, ich meine, wo findet man heutzutage noch solch Beständigkeit? Erinnert sich noch jemand an die Zeit nach Dianas Tod, als die Königin als ungeschickte, fiese Schwiegermutter verteufelt wurde. Ich fand übrigens Diana ziemlich dümmlich, und, man verzeihe mir, William und Kate schlagen ihr nach. Aber wer weiss, vielleicht irre ich mich…

Es ist ja alles jeden Tag anders: Terror in Flughäfen, doch nur Stunden danach checken die Leute wieder ein, als ob nichts gewesen wäre, eine Fussball-EM, die niemanden gross interessiert, mich schon gar nicht. Wimbledon ist auch im Gange. Das finde ich skuril, die Welt wankt, aber Wimbledon nicht. Abwarten und erst mal ein paar Bälle schlagen, ein Tässchen Tee trinken, denkt man sich auf der Insel womöglich. Why not?

Auch bei mir wankte einiges. Es gab kürzlich einen Mexit, M steht für Marianne. Habe ich es eigentlich schon mal erwähnt, sicher, dass Bündnisse, Beziehungen, ob im Job oder privat, sich erst dann als wirklich tragfähig erweisen, wenn Konflikte angesprochen und geklärt werden können. Wenn beide das auch wollen, weil die Freundschaft wichtig und wertvoll war. Dazu muss man eben das Hinterteil heben, sowas geht nicht mit ein wenig Wischiwaschi. Und wenn nur Letzteres ausgesprochen wird, mit Anklagen garniert, dann passiert der Fexit. Und man entsorgt falsche Verträge & Freundschaften besser im Klo, siehe Foto. Wir werden sehen, ob der Brexit, Mexit, Schmexit nur Schmerzen oder auch eine Brise Erleichterung mit sich bringt. Wie auch immer. Und vielleicht wird alles auch wieder ganz anders….

www.vollreif.ch – verkauft Bücher, in denen es nur so von aufregenden Trennungen wimmelt.

Männer, die Hunde mögen!

Ryan Gosling Visits "Late Night With Jimmy Fallon"  - July 20, 2011

Nach dem letzten Post  über Männer, die Hunde nicht mögen, aber auch solche, die so tun als ob, doch unbarmherzig von Frauen und nicht zuletzt – von Hunden – durchschaut werden, nun über Männer, die Hunde mögen. Und deshalb bei Frauen sehr gut ankommen. Lustigerweise sprangen mir nach dieser Schreibe gleich zwei Artikel über Schauspieler, beide berühmt, der eine schon lange mein Schwarm (seit „The French Lieutenant’s Woman“), ins Auge. Jetzt seufzen Sie sicher: Oooh jaa Jeremy Irons!, der andere ist eher ein sog. Star (seit „Driver“), noch ein wenig grün hinter den Ohren.  Leider kann da George Clooney nicht mithalten, weder er, noch seine Trophy Frau, die dünne ähem Almighty, Almudschedin??, egal, halten Hunde. Clooney wollte ja lange bei den Frauen mit seinem Hausschwein punkten, doch das zog bei mir nicht. Ich fand Clooney schon immer ein Fake, in „Up in the Air“ spielte er den unsteten Entlasser, der schliesslich von einer ähnlich gelagerten Frau reingelegt wird. Ich sagte mir: Tschortsch, diese Rolle steht dir, doch die des Hetero-Ehemannes garantiert nicht. Oute dich doch mal, auch ein Schönling darf ruhig offen schwul sein. Auch ohne Mops & Co.

Anyway, ich komme nun zurück auf Jeremy Irons und Ryan Gosling, der m.E. ein bisschen weniger Gewaltfilme und so mehr Mimik zeigen darf. Beide Männer haben Hunde, hängen sehr an ihnen, derjenige von Ryan heisst George, ein Mischling, Jeremy hat einen Boston Terrier. Mit ihm fährt er, den Hund im Rucksack, Töff, Ryans George ist Stammgast am Set. Da er seinen 15-jährigen Hund als „Liebe seines Lebens bezeichnet“, muss die schöne Gattin Eva Mendes mit allem rechnen. Okay, man soll nicht alles glauben, was die Promipresse (oder ich hier) schwafelt, doch die Bilder von Ryan, der George während eines Drehs liebevoll mit Wasser versorgt, ihn auch an Talkshows mitnimmt, sehen sehr real aus.  Oder Jeremy, der in einem Brigitte Woman Interview (Juniausgabe 2016, lesen Sie das mehrseitige, gute Interview in Print) erzählt, dass er als Endsechziger realisiert habe, dass sein Hund und er Seelengefährten sind, sich ohne Worte verstehen, sich gegenseitig trösten können, wenn die Zeiten schwer sind. Was ist eigentlich mit Männern, die Katzen mögen? Also, da habe ich eher komische Erfahrungen gemacht, doch das wäre ein ganz neues Thema…

Foto: aus Talkmaster Jimmy Fallon’s Tonight Show: Ryan & George, leicht lädiert

www.vollreif.ch hat wie schon erwähnt auch Bücher, in denen Frauen, Männer, Hunde (und Katzen) eine tragende Rolle spielen

Männer, die Hunde nicht mögen!

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Einsichten oder Ansichten fallen mir, wie Sie sicher schon wissen, in ganz alltäglichen Situationen zu. Man ist sich ihrer nicht bewusst, bis man plötzlich innehält und sich sagt: Ja, so ist das! Zum Beispiel wie Männer sind, die Hunde nicht mögen: Meist Kotzbrocken und/oder aggressive Kerle. Beispiel: Vorhin trocknete ich meine Haushündin vor der Wohnungstüre mit einem Riesenhandtuch. Bei diesem Riesenregenwetter ist ein gewieftes Rubbelmanagment immens wichtig, vorallem bei einem Goldenretriever, also bei einem älteren Modell, so wie Madame Irettli, das gemütlich im Trockenen schlummern soll, nach dem Spaziergang.

Item, jedenfalls kam dann jener Nachbar ins Entree, mein Hund begrüsste ihn wedelnd, er machte ein angewidertes Gesicht, blähte sich auf, schob sich vor, à la was will die Töle da von mir, und eilte miesepetrig in den Lift. Ich murmelte: Kotzbrocken. Ich fand, das passte zu ihm und seinem allgemeinen Benehmen, auch Menschen gegenüber. Frauen, die Hunde nicht mögen, sind eher selten. Und wenn, weichen sie ihnen einfach aus, ohne sich dabei wichtig zu machen. Männer, die Hunde nicht mögen, blasen sich auf, sie blaffen: Tun Sie den Hund weg!!!, sie packen ihn am Halsband, wie jener Nachbar um vier Ecken, bei dem Irettli angelockt durch den Duft vom Grill, das heilige Wohnzimmer betrat. Der schleifte sie raus, ich wollte mich grad entschuldigen, sie rausgeleiten, doch dieser Mann, der Hunde nicht mag, musste allen zeigen, dass er der Herr im Hause war. Ich dachte, so ein Arschloch – und garantiert schlecht im Bett.

Männer, die Hunde nicht mögen, haben nämlich so etwas Unmännliches, finde ich. Sie sind so was von unsexy. Klar, sie haben oft schlicht Angst vor Hunden. Wie jener Monteur kürzlich, ein grosses, muskulöses Mannsbild, der sich bibbernd herumdrückte, weil das sanfte Irettli ebenfalls zuhören wollte, was er mir über das Problem mit der Heizung erklären sollte. Ich sagte: Sie tut nichts, sie sitzt ja ganz brav neben mir. Immerhin war er nicht die Spezies, die angewidert wegschiebt, so wie zwei meiner ehemaligen Scheffs. Die sich natürlich in allen weiteren Belangen als feige, knausrige Kotzbrocken zeigten.

Moment, was ist mit jenem Mann, für den ich lange schwärmte, und der, wie er sagte, Hunde soo liebe? Er hätte ja so gerne einen Hund, wenn er bloss Zeit für all das Drumherum hätte. Es war so einer, der nicht wusste, was wichtig ist. Zum Beispiel gut lieben und essen, drum war er auch seit Jahren (heimlich) magersüchtig. Ein Kotzbrocken, der Hunde  überhaupt nicht mochte, weil Hunde eben etwas unberechenbar Naturhaftes haben/zeigen, was Männer, die keine Eier haben, für gar nichts, nicht mögen. Sie haben Angst davor, dass ihr kleines, pedantisches Machtgefüge durcheinander kommt. Dass es mal wild, mal schmutzig, fröhlich zugeht.

Meine Hündin hat diesen Mann, der Hunde angeblich mag, gleich durchschaut, sie sah ihn trotz Lobhudelei gelangweilt an, drehte ab, zeigte ihm das Hinterteil und verschwand im anderen Zimmer. Wie gesagt, wir mögen keine Männer, die Hunde nicht mögen.

Foto: Aus dem Film „Frau mit Hund sucht Mann mit Herz“ mit der wunderbaren Diane Lane. Auch hier spielt ein Fiesling, der so tut, als ob er Hunde mag, ein Rolle. Doch schlussendlich muss er Leine ziehen.

http://www.vollreif.ch hat schöne Bücher, in denen  (auch) Hunde eine wichtige Rolle spielen…

Was ich von einem Frosch über Freundschaft lernte!

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Neulich traf ich eine Bekannte zum „Exakt-Eine-Stunde“-Kafitreff. Ich glaube, ich habs schon mal erzählt: Meine „Dates“ dauern jeweils eine Stunde. So lange mag ich mehr oder weniger gerne zuhören, danach freue ich mich wieder auf meine eigene Gesellschaft. Ja, ihr Lieben, ich habs endlich entdeckt: Ich bin gerne mit mir zusammen, geniesse meine eigene Gesellschaft, und bevor ich die mit jemandem teile, muss ich sicher sein, dass es nicht vergeudete (Lebens)Zeit ist. Wobei, ich war schon immer eher unfreiwillig gesellig, als ich Journalistin war und in der Welt herumreiste, viele Berühmtheiten interviewte. Oder, in den Jahren, in denen ich ganz gerne für ganz viele Gäste kochte. Das ist vorbei, gottseidank. Die Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich mit sovielen Menschen sammeln konnte, möchte ich jedoch nicht missen, sie machen mich aus.

In jüngster Zeit ist jedoch mein Umfeld ganz schön geschrumpft. Ich verlor die Lust, Dinge zu tolerieren, die mich seit Jahren gestört hatten, oder Konflikte auszubügeln. Pflästerli auf Wunden, seelische, zu kleben.  An einem Morgen als ich grad mein Duvet ausschüttelte, oder vielleicht war es auch bei einem Spaziergang mit Hund oder beim Einräumen des Geschirrspülers, kam mir jenes Experiment in den Sinn, bei dem man einen Frosch ins kalte Wasser setzte, das ganz langsam erwärmte, bis der Frosch sozusagen Frosch blau, also gekocht und tot war. Er hatte gar nie versucht, rauszuhüpfen, weil er sich gaaaanz langsam an die eklig steigende Temperatur gewöhnt hatte. Genau so habe ich einige „Freundschaften“ oder auch geschäftliche Beziehungen geführt.

Die Warnlämpli: Achtung, du wirst abgekocht!, gingen nämlich sehr schnell an, doch ich blieb sitzen und liess mich über Jahre hinweg mürbekochen. Zermürbte mir passend das Gehirn, was ich noch tun könnte, um aus so einem Schlamassel eine tragfähige Beziehung zu machen. Wenn ich heute zurückblicke, kann ich gar nicht verstehen, wieso ich nicht früher reagierte und nach dem ersten, meinetwegen zweiten Aufkochen und Abkochen nicht ausstieg. Aber wenn man so harmoniesüchtig ist wie ich, also gut man kanns auch konfliktscheu nennen, dann denkt man: Ach, diese Temperatur halte ich schon noch aus. Ich bin ja auch bei Anderen oft erstaunt, was sie sich alles gefallen lassen und schönreden. Ganz ehrlich, so blöd bin ich gottlob nicht mehr. Das macht die Vollreife. Klar denke ich an ein, zwei Beziehungen, die ich gerade kürzlich kippte, mit einer Prise Wehmut zurück. Es gab ja auch gute Momente, aber heute sehe ich eine Freundschaft/Beziehung wie ein Menu. Entweder ist es geniessbar – oder nicht. Und wenn Letzteres, geht’s ohne grosse Erklärung zurück in die Küche. Und man sucht sich mit Freude etwas Feineres aus!

www.vollreif.ch & www.marianneweissberg.ch bieten weitere, schriftliche Einsichten…