Die Blase, das ungekannte Wesen?

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Vorhin auf dem Weg in den Migros fiel mir auf, dass fängs überall Reklame für Einlagen gegen Blasenschwäche hängt. Und auch im Fernsehen tritt alle fünf Minuten diese junge, fröhliche Brunette auf, die mir sagt: Gäll, du hast das doch auch! NEIN, ich habe es nicht, aber wenn ich weiterhin so viele Blasenschwächenwerbung sehe, werde ich es mir zulegen. Es ist nämlich so, dass vieles, was mir ins Auge sticht, dann wahr werden könnte. Oder längst wahr ist, bloss habe ich es nie so richtig eingesehen. Ich dachte immer, ich sei nicht so leicht beeinflussbar, aber wenn es mir so nahe tritt, muss auch ich kapitulieren.

Beispiel: Das eine zieht das andere nach sich. Ich litt unter Verstopfung, das soll ja die Volkskrankheit Nummer eins sein, neben Sodbrennen und eben Blasenschwäche. Ich will nichts weiter aufzählen, aus lauter Angst, dass ich es auch noch bekomme. Item, ich ging zu (m)einer HMO-Ärztin, eine Samstags-Vertretung, die liess mich auf dem Schragen flachliegen, klopfte ein paar Minuten resolut in der Bauchgegend rum und konstatierte: alles defekt. Da muss umfassend untersucht werden, beim Spezialisten. Ich wankte hinaus und fühlte mich todkrank. Auf dem Nachhauseweg war ich wohl so schockverkrampft, dass ich auch noch meinen berühmten Hexenschuss bekam.

Kennen Sie das auch: Sie haben sich mit etwas arrangiert, denken, ich müsste schon mal in die Praxis, das kurz abchecken lassen. Aber prinzipiell sind Sie noch recht lebendig. Doch nun entpuppt sich Ihr Körper, den Sie ohne gross zu Grübeln überall mitgetragen haben, plötzlich als Feind, der sich gegen Sie gewendet hat. Wie gut, dass jemand Klartext geredet und sie barsch darauf hingewiesen hat. Unglücklicherweise ist aktuell auch noch die Dasistdein-Körper-Literatur en vogue. Sie wird von blutjungen, attraktiven Dr. Med. Autorinnen an die Spitze der Bestsellerlisten geschrieben und heissen: „Darm mit Charme“ oder „Hautnah“. Diese Autorinnen sind dann an alle Talkshows eingeladen, solche zieht man sich rein, wenn einem am Wochenende auf dem Sofa langweilig ist, so wie mir.

Diese Bücher liegen natürlich auch bei meiner Mischpoche herum, ich kann also gar nicht anders, als sie zu lesen. Als ich mit „Darm mit Charme“ fertig war, fühlte ich mich quasi scheintot. Wie hatte ich es bloss nicht wissen wollen, dass Herr Darm in mir so ein faszinierendes Eigenleben mit Billionen von Bakterien führt? Kein Wunder, war er wütend auf mich, denn mein ganzes Leben lang war er einfach da gewesen und nicht beachtet worden. Ich legte das Buch weg, aber seither bin ich nicht mehr dieselbe. Ich esse morgens laaangsam Porridge, mit Blick auf die Uhr, denn ich darf ja nicht mehr fröhlich schlingen, während dem Essen noch dies und das machen. Abends löffle ich lauwarme Schleimsuppe, als Kind habe ich diese als grösste Strafe empfunden, heute nun ja, finde ich, sowas schmeckt durchaus. Alles i(s)st nun ganz achtsam und bewusst. Und wenn ich dauernd aufs Klo muss, weil ich ja nun gaanz viel trinken will/muss, frage ich mich: Achtung, ächt Blasenschwäche?

Nicht alle sind so anfällig wie ich. In der NDR-Talkshow, wo die mir recht hyperaktiv erscheinende Autorin Adler (wahrscheinlich wirkt auf sie die Bestsellerliste wie Ritalin) gerade die Haut und ihre Krankheiten seziert hat, so dass alle in der Runde totenblass dasassen, sagte der wunderbare Lebenmann Konstantin Wecker, dem das Ganze Meinkörperdasgrossewunder-Getue sichtlich auf den Geist ging: Also ich halte meinen Kopf gerne eine halbe Stunde in die Sonne und geniesse dabei das Leben!! Ich applaudierte ihm auf dem Sofa und verkniff mir das Aufsklorennen noch ein wenig, bis ich fast nicht mehr konnte und losdüste. Das habe ich immer schon so gemacht, und dafür muss ich mir jetzt wirklich keine Windeln anschaffen. Ui, hoffentlich hat das meine Blase nicht gehört, denn sie fühlt sich ja sehr unverstanden in mir. Vielleicht sollte ich auch so ein Buch schreiben: „Meine B(l)ase aus Gold“, damit käme ich endlich mal in die Top Ten der meistverkauften Bücher, die sich alle um Themen ranken, die niemand so genau wissen will…

Foto: Schleimsuppe, nicht mal so gruusig, wenn ich ehrlich bin…

Nett ist die kleine Schwester von Güte!

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Ich habe mal ein Buch gelesen, dessen Titel „Nett ist die kleine Schwester von Scheisse“ mir damals imponierte. Was schliesslich drin stand, habe ich vergessen. Es musste wohl etwas mit: Sich behaupten, ja nicht nett sein, denn so geht man unter, zu schaffen haben. Wahrscheinlich war ich grad beschäftigt, mich über den Haifischteich Medien zu ärgern, in dem ich jahrzehntelang mitschwamm. Nicht immer war ich die Heilige, aber, ich wage zu erklären: Ich war gerne nett. Weil es mir Freude machte. Und wenn andere es nicht waren, war ich nie abgebrüht genug, um nicht zu denken: Warum ist er/sie nicht nett zu mir? Dann wäre doch alles viel einfacher? Das erschien mir normal, und das erscheint mir gerade in der heutigen Zeit ganz, sehr, überaus normal. So sage ich: Nett ist die kleine Schwester von Menschlichkeit. Nett hat etwas mit Güte zu tun. Kombiniert wäre das: Gutmensch sein und Freude daran zu spüren.

Beispiel: Ich kolumnierte dreieinhalb Jahre für ein Zürcher Amtsblatt. Als ich vom Chefredaktor angefragt wurde, ob ich den Job übernehmen wollte, war ich sehr erfreut. Er war ja auch sehr nett am Telefon, kam sogar zu mir nachhause, um mich kennenzulernen. Man sei eine richtige Familie, man treffe sich regelmässig zu Redaktionsaperos, da sei ich natürlich auch willkommen, so als geschätzte Kolumnistin, etc. Es war ein nettes Gespräch, bloss das viel zu tiefe Honorar war ein Dämpfer. Trotzdem sagte ich zu. Und ich freute mich auf den Job. So ein netter Boss! Nach ein paar Wochen fragte ich an, ob ich die ganze Redaktion treffen könnte. Das wäre doch nett. Der Boss sagte ja, und ich freute mich auf all die netten Leute. Am Tag des Aperos war ich etwas nervös. Als ich durch die Redaktion geführt wurde, sah ich an einem Pult einen missmutigen Jungredaktor sitzen, der mich demonstrativ ignorierte. Wieso? Der Apero fand jedoch nicht, wie ich naiv geglaubt hatte, in einem netten Pausenraum statt. Der Boss, der mir gleich erklärt hatte, er müsse das speditiv durchziehen, denn es stehe noch ein Fussballmatch auf dem Programm, führte mich in einem kahlen Raum, in dem ein grosser Tisch stand, an dem die übrige Redaktion versammelt war. Ich setzte mich, räusperte mich, die anderen auch. Offensichtlich waren sie dazu verdonnert worden, sich einzufinden. Wegen der Neuen. Dann schob sich der Boss an einen Kühlschrank in der Ecke, in dem Essensreste vor sich hinverjästen und holte zwei Halbliter-Fläschli Rosé hervor, mitsamt Kunstoffbecher.

Ich Naivchen (die sind doch sicher nett zu mir, wurde ja auch vollmundig versprochen) hatte echt ein nettes Meet & Greet erwartet, mit interessantem Smalltalk, kühlen Getränken und appetitlichen Schnittchen. Das Medienhaus war ja kein popeliges, sondern eines mit Tradition und hatte wohl irgendwo auch eine Kantine, wo man einen Apero vorbereiten könnte. Doch, doch dem Boss fiel auch auf, dass etwas fehlte. Er faltete hurtig die aktuelle Ausgabe des Blattes auf und kippte einen Sack Chips darauf. In genau diesem Moment stellte es mir ab. Mir schwante, dass man da überhaupt nicht nett war, miteinander und gegeneinander und schon gar nicht mit Leuten, die nicht im internen Teich um ihr Leben, bzw. den Job schwammen. Schliesslich schlurfte auch noch der Missmutige heran und sah mich feindselig an. Ja, ich gestehe, ich versuchte irgendwie die Situation zu retten: War ich etwa nicht nett genug gewesen? Waren meine Kolumnen nicht gut genug? Was war hier los? Dass eine solche Atmosphäre eben das Resultat von fehlender Nettigkeit, oder sehr passend Nettiquette in einem Konzern ist, merkte ich zwar, aber ich zog nicht die Konsequenzen, nämlich so schnell wie möglich zu gehen. Ich gestehe, ich war dann an jenem Anlass auch nicht mehr so nett. Nachdem ich versucht hatte, mich zu unterhalten, aber alle bloss schweigend dasassen, versuchte ich ziemlich desperat ein paar witzige und provokative Themen-Anstösse zu geben, vergeblich. Die mochten es nicht, dass man zu Neuen ein bisschen nett sein sollte. Schliesslich zog ich mit Angst-Schwitzflecken unter den Armen ab und dachte: so eine grauenvolle Stimmung und Redaktion. Wieso machen die das, was habe ich denen getan? Und dann gab ich mir eben Mühe, trotzdem nett zu sein.

Eigentlich absurd. Da arbeiten Menschen zusammen, obwohl sie sich nicht mögen, obwohl sie ihre Arbeit nicht mögen. Und sie geben sich deshalb alle Mühe, das zu verbergen, aber auch anderen Menschen das Leben genauso schwer zu machen. Indem sie eben möglichst unnett sind. Viele Male schwor ich mir, die Kolumne hinzuschmeissen, aber ich machte weiter. Wegen meinem Publikum, und weil ich mich leider an die fehlende Nettigkeit gewöhnt hatte. Ich dachte, das sei halt so, andere hätten es auch nicht besser. Und all dieser Mist, den man sich einredet, weil man glaubt, dass man ja ein bisschen blöd sei, im Berufsleben noch nett sein zu wollen oder dies von anderen zu erwarten. Das Ende war dann genauso „schmuddlig“ wie der Anfang, der alte Chefredaktor war gegangen, ohne sich wenigstens per Mail von mir zu verabschieden, die Neue kam, ohne sich in den folgenden Woche auch nur mit einer Begrüssungsmail einzuführen. Das wäre nett gewesen. Nach einer der abschätzigsten Mitteilungsmails, die ich je in meinem langem Berufsleben erhalten habe, gab ich deprimiert auf und ging. Auch erleichtert. Doch solche Kränkungen hallen nach, sonst hätte ich ja auch nicht darüber hier geschrieben.

Schade, dass sich Menschen mit geradezu immensem Fleiss gegenseitig das Leben schwermachen. Und ich merke es auch an mir, dass ich in einer unnetten, unmenschlichen Umgebung nicht das Beste von mir erwarten kann. Ich werde missmutig, patzig, neidisch, traurig. Wo es allerdings nett zugeht, da fühle ich mich wohl, blühe auf. Deshalb ist das Bild des mit Rosenblättern gefüllten Brunnens so passend zu diesem kleinen Nettigkeits-Essay. Den Brunnen erblickte ich auf meinem letzten Sonntagspaziergang. Er steht an einer ziemlich hässlichen Durchgangsstrasse vor einem kleinen Blumengeschäft. Dort dachte man sich, dass es doch doch nett sei, die Vorbeieilenden und –Fahrenden zu erfreuen. Man hätte die nicht verkauften Rosen ja einfach entsorgen können, doch nein, sie wurden aus lauter Nettigkeit in den Brunnen gestreut. Einfach so, um uns zu erfreuen. Danke, you made my Sunday!

 

 

 

Mise en place Oder: Wo die Liebe hinfällt!

Mise en place

Wenn ich wie grad vorhin Gemüse schnetzle, dann macht sich eine Gelassenheit breit. Für einem Moment muss ich nur überlegen, ob ich die Rüebli nun rädle oder viereckle oder stäble. Ob ich mich im Moment mies oder grandios fühle, das spielt keine Rolle. Es zählen nur die kleine Küchentaten, die dekorative Mise en Place, die hoffentlich zu einem feinen Mittagsmenü führt. Ja, zuhause nur für mich Mittagessen zu kochen, hat für mich etwas Subversives. Es heisst nämlich, ich nehme mir Zeit, ein „anständiges“, warmes Essen zu kochen. Früher, als ich noch von Deadline gehetzt war, ass ich irgendwo: nein, meist nicht unterwegs, im Gehen, Stehen, in einer mehr oder weniger lieblosen Beiz, sondern zuhause vor dem Küchentresen, auf dem Bett, neben dem Computer, schnell draussen auf der Terrasse. Schwupps, bloss runter damit. So essen wohl zigTausende, die sich schnell verpflegen müssen. Ich bin ja immer neugierig, was so gegessen wird und schaue, wenn ich unterwegs bin, den Leuten in die Teller. Eigentlich sehe ich nie jemanden, der oder die frohlockt: Mmmm, so fein, aaah, das Take-Away-Zeugs in meinem Plastikchübeli, das ich mit der Plastikgabel esse, ist sooo gut.

Kürzlich sah ich mir auf BBC 1 eine Sendung an, in der die letzte kulinarische Schlacht geschildert wird: Die Supermärkte balgen sich um den maximalen Anteil in Sachen Convenience Food. Läden wie Aldi und Lidl, Tesco, etc. interessieren sich dort nicht mehr, wer am meisten Frisches oder Gutes verkaufen kann, nein, es geht um diesen Fertigfastfood, der zutode gegart, in Plastik gepackt, mit kunterbunten Fatamorgana-Etiketten beworben, an uns arme Menschen mit armen Mägen verkauft werden soll. Bei einem Besuch in einer boomenden Conveniencefood-Factory wurde gezeigt, wie das englische Lieblingsstück, die Lammkeule, erst sous vide gekocht, dann mit Gewichten ausgepresst, portioniert, schliesslich nochmals aufgebraten wird. Die Managerin behauptete allen Ernstes, dass würde nun wie bei ihrer Mom on Sunday schmecken. Ich musste schallend lachen. Ehrlich, so einen Dreck sollte man beerdigen, aus Respekt vor den Lämmern, die dafür ihr Leben lassen mussten.

Moment, muss Pause einlegen, die Rüebli sind lind. Jetzt richte ich erst meinen Salat an, dann gibt’s Reis mit Brätchügeli (die restlichen), Broccoli und Rübeli. Bis später…

Da bin ich wieder, allerdings einen Tag später. Hatte wieder mal böse Bauchweh. Klingt es vermessen, wenn ich sage, dass Trump und Konsorten mir dermassen auf den Magen geschlagen haben, dass mein Magen-Darm-Trakt leidet? Nicht nur, mir hat der Stress und der Kummer des letzten Jahres schwer aufs Gemüt gedrückt. Doch parallel zu meinen noch ungelösten Baustellen in meinem Leben betrachte ich mit ungläubigem Grausen, wie Amerika sich zu einem korrupten Privatkonzern gewandelt hat, die Türkei von einem irrsinnigen Diktator tyrannisiert wird, wie diese unsägliche May Grossbritannien wie eine auferstandene Thatcher ruiniert, und ja, ich bin in Sorge um Frankreich, denn irgendwie ist mir Macron nicht geheuer: dieser  kleine Neu-Napoléon mit seiner vollreifen Josephine. Als ich Letztere mit Trumps Gattin an einem Staatsbesuch stehen sah, beide starr-geliftet, dachte ich: weit sind wir gekommen in kurzer Zeit, beziehungsweise weit sind wir zurückgefallen?! Kommt noch die Klimakatastrophen dazu – übrigens, ich fliege seit vielen Jahren nicht mehr, und wenn mein kleines Auto schlapp macht, kaufe ich kein neues mehr. Okay, auch weil ich nun wirklich wie eine Oma fahre, seeehr vorsichtig und das rückwärts Einparken ein Graus.

Trotzdem, wir geben nicht auf! Und damit gebe ich ab, denn heute habe ich ein Lunchdate mit meinem Lieblingsgrossneffen, der mir gestern sagte: Tante Marianne, ich liebe es so mit dir zu reden! Worauf ich schniefte: Oh, Lenny, du bist sooo süss, ich liebe dich so, worauf er rief: Ich liebe dich auch so fest. Wenn ich da merke, wozu wir Menschen fähig sind, nämlich uns gegenseitig aus vollem Herzen Liebe zu schenken, dann sind wir noch nicht verloren. Amen.

 

Kürbis & Rose: Oder Frau Schnarrenberg in mir!

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Oft finde ich meine Themen durch ein Aha-Erlebnis. Und dann entdecke ich bei einem Spaziergang das passende Bild dazu. Es sind eher kleine Impressionen, ich bin ja auch keine professionelle Fotografin. Doch die Handykamera machts möglich. Beziehungsweise diejenige des neuen Iphones, ja ich bin zu Apple gewechselt, nach fünf Jahren mit meinem Samsung Galaxy mini. Ich gestehe, es tat mir weh, als ich es ausschaltete, so lange hat es mich begleitet bei meiner sehr begrenzten Handynutzung: Fotos, hie und da Whatsapp, gaanz selten ein Anruf. Ich erschrak jedesmal, wenn es in meiner Handtasche klingelte. Das neue Iphone ist rosa, dazu kaufte ich die passende Hülle. Es sieht schlicht süss aus. Und ja, es war ein Frustkauf, weil momentan mein Leben in der Schieflage wabbert. Nun ist meine freiwillig Pensionierung ja beinahe ein Jahr her. Meine Hündin ist seit der selben Zeit nicht mehr an meiner Seite. Ich bin ganz dünnhäutig geworden. Wobei, war ich das nicht schon immer? Und habe es nicht gemerkt oder eher zugelassen?

Das Aha-Erlebnis war die Stimme, die mich heute weckte. Ich lag um halb sechs noch auf dem Kopfkissen, war noch gar nicht richtig wach, da wurde der Tagesappell durchgegeben: JETZT MACH DICH JA NICHT VERRÜCKT!! Das war jedoch keine Feldwebelin, die hier auch noch wohnt, die neben mir stand und mich anschnarrte. Nein, Frau Schnarrenberg sitzt in meinem Kopf und drillt mich. Wohl schon seit lange. Zum ersten Mal dachte ich: Moment, wie redet die denn mit dir, beziehungsweise wie redest du denn mir dir? So würdest du doch nie mit anderen Leuten reden. So unbarmherzig, dieser Ton. Wieso ist dir das nie aufgefallen? Und ich begriff, dass ich unfassbar streng mit mir selbst bin. In mir drin ist diese Stimme, die mich anherrscht, fleissiger zu sein, tapferer zu sein, dies und das zu tun, sofort: Aufräumen, Biomüll-Chübeli leeren und auswaschen, posten, kochen, bio essen, mich nicht zu ärgern, mich umgehend zu ärgern, alles mehr als pünktlich zu bezahlen, die Wohnung aufräumen, die Wäsche waschen, lüften, die Tasche an der Garderobe aufhängen. NICHTS VERNACHLÄSSIGEN UND NICHTS LIEGENLASSEN! Ich wurde immer unflexibler. Durch diese Angst, dass mir alles entgleitet, wenn ich dieser Feldwebel-Stimme, die alles im Griff haben will und hat, in mir nicht folge.

Frau Schnarrenberg existierte sicher vor langer Zeit als eigenständiges Wesen, war es meine Mutter, die so in ihrer eigenen Welt gefangen war, dass sie nie auf mich, die Tochter einging? Ich musste mir selbst einen Überlebensweg durch meine Kindheit, die von emotioneller und physischer Gewalt geprägt war, suchen. Gestern besuchte ich eine Bekannte, die vor langer Zeit in der Firma meines Vaters arbeitete. Sie ist etwas älter als ich, und als wir uns über damals unterhielten, erzählte sie, dass meine Mutter, ihre Chefin, als dominante Person rüber kam. Sie ordnete an, man musste folgen. Mein Vater, der in der Firma ein humorvoller Chef war, verwandelte sich zu Hause täglich in ein cholerisches Monster. Als ich ihr davon erzählte, konnte sie es nicht fassen. Sie hatte ihn in der Firma als guten Mensch erlebt. Sie erzählte mir auch, dass sie und die gleichaltrigen Kolleginnen – es waren alles sehr hübsche und charmante Frauen, die ich sehr bewunderte – damals entsetzt waren, als sie hörten, dass ich heiraten würde, so jung, aber vorallem wen, diesen viel älteren Mann, den sie überhaupt nicht mochten. „Ist es nicht traurig, dass ich sowas erst jetzt erfahre, wie wäre ich froh gewesen, wenn ihr euch vor mir gestellt, mich vor diesem Irrtum bewahrt hättet“, sagte ich. Sie meinte, das wäre damals nicht möglich gewesen.

Ich erinnere mich, wie ich als kleines Mädchen meinen Vater liebte. Er war von der Firma noch nicht völlig überfordert, ich durfte sonntags mit ins Geschäft, mir Hüte aufsetzen, die Modeschmuckketten durch die Hände gleiten lassen. Die ausgestopften Tiere, die der Dekorateur neben die Kostüme stellte, streicheln. Ich durfte auf der Rechenmaschine im kleinen Büro rumtippen. Ich trug hübsche Kleider, ein weisses Taschentuch zierte meinen ordentlichen Rossschwanz, den mein Vater mir band. Ich vermute, das Geschäft, erst war es ja nur ein eingemietetes, kleines Modegeschäft war ein Paradies für mich – und meinen Vater. Irgendwann muss ihm dann alles entglitten sein, was passiert ist, weiss ich nicht, da verwandelte er sich in dieses brüllende und schlagende Monster. Meine Mutter beschützte mich nicht. So traurig und so prägend für das ganze Leben. Ich bin sicher, meine Eltern schleppten ihre eigene Familiengeschichte mit sich. Er aus kleinen Verhältnissen, sie die verwöhnte Tochter, die ihre eigenen Lebensvorstellungen nicht verwirklichen konnte. Und so nahm irgendwann das Unglück seinen Lauf.

Sie sind längst tot, doch geblieben ist diese Stimme, die mich anschnauzt, die mir exakt darlegt, was ich denken soll. Oft urteilt sie gehässig über andere Menschen, oder sie sagt mir: ACHTUNG, DAS GEHT SCHIEF. UND WENN DU DAS NICHT SOFORT MERKST, BIST DU SELBER SCHULD! Heute hörte ich zum ersten Mal genau hin, nicht darauf, was sie mir sagte, sondern wie sie es sagte. Ich dachte, also Frau Schnarrenberg, könnten Sie sowas nicht höflicher formulieren? Diese Frau Weissberg ist doch eine sehr sensible Person. Das geht doch nicht, dass Sie so mit ihr reden, finden Sie nicht? Wie soll sie sich selbst mögen, wenn sie dermassen zusammengestaucht wird! Und da hörte diese Frau Schnarrenberg in mir ein bisschen zu und sagte: Hm, stimmt eigentlich. Ein bisschen habe ich mein Aha-Erlebnis schon umgesetzt, beziehungsweise wir üben jetzt, wie wir uns anständig unterhalten könne, so bei dem heutigen, frühen Sonntagsspaziergang. Sie fragte mich, wohin ich möchte, ob ich wirklich so weit oder doch nur gemütlich durch mein Quartier wandern wollte? Und als ich bei jenen so hübsch bepflanzten Vorgärten einer Genossenschaftssiedlung vorbeispazierte, sah ich dieses wunderbare Bild: Rose hilft Kürbis. Sie reicht ihm ihre Zweige, er rankt sich daran empor. Beide sind im Gleichgewicht, mögen sich vielleicht sogar sehr gut. So geht es also auch.

Zuhause machte ich kräftig Unordnung, ich lasse nämlich gerne vieles rumliegen, was ja Frau Schnarrenberg nicht gerne sah. Und als sie sagte, ich solle jetzt SOFORT ein vollständiges Menu kochen, um meine Verdauungsbeschwerden, die ich seit einiger Zeit habe (kein Wunder…) perfekt zu managen, erwiderte ich: Nein, ich möchte jetzt lieber diese kleine Blog-Kolumne schreiben, das verstehen Sie doch sicher, liebe Frau Schnarrenberg? Das hat sie, und so konnte ich diese Zeilen hier für Sie kreieren. Jetzt nimmts ich wunder: Haben Sie auch so eine innere Stimme, die Sie rumkommandiert, oder ist Ihre ganz freundlich zu Ihnen?

 

 

 

 

 

Das Leben ist (k) ein Rosengarten?

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Als ich um die achtzehn war, besuchte ich in Cambridge eine Sprachschule. Ich wohnte bei einer Gastfamilie an der 23 Rock Road. Gillian, meine Landlady, war nur einige Jahre älter als ich. Eine fröhliche, mollige Blondine, die herrlich englisch kochte. Will heissen: Tea mit Milch, Toast mit gesalzener Butter und Orangen-Marmelade zum Frühstück, abends dann einen Roast mit Yorkshirepudding. Waren Resten eines Chickens vorhanden, gabs die anderntags als Chicken-Curry. Gillian hatte einen kleinen Sohn, Hayden. In der Schulde gabs mittags klassischen, faden Kantinenfood, trotzdem stürzten wir uns immer hungrig auf den Stangensellerie, der traurig in Warmhaltebehältern dümpelte. Gelernt habe ich damals ein bisschen, lustigerweise auch englische Korrespondenz, die eine Schottin erteilte. ASAP, as soon as possible, und COD, cash on delivery, sind Begriffe, die geblieben sind. Mir gefallen sie immer noch.  Mrs. Wie war ihr Name?, war eine kompakte, kleine Person, in einem Kostüm mit Schottenmuster. Ich mochte sie sehr. Lebt sie noch?

War es in damals in Cambridge, als ich für ein Wochenende nach London reiste, im Swisscenter meinen Verlobungsring im Klo liegen liess?  Ja, Sie lesen richtig, ich war achtzehn und verlobt. Als ich merkte, dass ich den Ring verloren hatte, meldete ich dies meiner Mutter und meinem Verlobten. Ich weiss noch, wie erleichtert ich war, es erschien mir wie ein Zeichen. Ring weg, aha. Ich will gar nicht heiraten, erzählte ich damals einem Vertrauten, der in London wohnte. Ich hatte in England entdeckt, wie spannend das Leben in der weiten Welt sein kann. Aber es war wie in einem tragikomischen Film, die Hochzeits-Einladungen waren schon gedruckt, das Hotel und das Essen wohl auch schon bestellt. Und während ich die Freiheit in Cambridge und London genoss, überlegte man zuhause, wie man mich wieder auf Kurs bringen konnte. Am Flughafen stand meine Mutter mit meinem Verlobten, inklusive Rosenstrauss und exakt dem gleichen Verlobungsring. Das Schicksal nahm seinen Lauf. Heute predige ich jungen Frauen stets: Ja nicht heiraten vor dreissig, wenn überhaupt, nur eine gute Ausbildung gibt Sicherheit und Zufriedenheit!

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Was wäre gewesen, wenn ich nicht so jung geheiratet hätte? Wäre ich nun Professorin für Englische Literaturwissenschaften und Genderstudies? Ja, das hätte mir sicher zugesagt. Ich bin ein Bücherwurm, recherchiere und schreibe leidenschaftlich gerne. Und bin Feministin. Bis vor einigen Jahren dachte ich immer, ich könnte meine Karriere nochmals komplett neu definieren. Wieso nicht Floristin lernen oder Goldschmiedin oder Köchin? Aber ist es nicht so, dass das gelebte Leben schon sehr viel Energie, Herzblut und oft auch Erschöpfung, Enttäuschung beinhaltet. Während man versucht, das Steuer einigermassen in der Hand zu halten, vergeht die Zeit. Vor einigen Wochen wachte ich frühmorgens auf, dachte: Oh Gott, ich bin fast 65, es war ein Augenblick der Todesangst. Sie holt mich jetzt oft ein. Jetzt ist es ja so, dass man gegen alles etwas tun oder einnehmen kann. Doch die Pille gegen den Tod gibt es nicht. Für niemanden. Das ist eigentlich tröstlich und irgendwie tragikomisch – wie jenes naive Meitli, das mit achtzehn heiratete.

Fotos: Jene keck aufragende Kirche mit ihren Harry-Potter-Nebenportalen, die mich stets nach England versetzt, sie ist, was mir besonders gefällt, ein bisschen verwildert und verwunschen. Kürzlich dufteten da die wilden Erdbeeren, jetzt blühen englische Rosenranken.

Meine Telefon-Trennung oder Eeendlich abgesägt!

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Kennen Sie den? Die Dame des Hauses lädt seit Jahren ihren nervigen Neffen Frido zum Sonntagsbraten ein. Sie lauscht seinen Erzählungen, die sich vornehmlich um ihn selbst drehen. Und er haut rein ins feine Essen. Nie revanchiert er sich. Sie ist frustriert, denkt jedoch, es ist ja Familie, wenn ich ihn nicht mehr einlade, habe ich ein schlechtes Gewissen. Da hat sie eine Eingebung. Madame hat nämlich eine Köchin, mit ihr heckt sie einen Plan aus: sie wird ihren Neffen mit einem anderen Menu überraschen. Als sie am Sonntag zu Tische sitzen, scheppert es grauenvoll in der Küche. Madame erhebt sich, eilt in die Küche, heulend steht Hulda vor einem Scherbenhaufen. „Was haben Sie bloss angestellt, Hulda?!“, ruft Madame so laut, dass es ihr gefrässiger Neffe garantiert hören wird. „Jetzt ist der schöne Braten futsch. Moment, haben wir nicht noch ein Paar Würstchen? Doch das wird Frido gar nicht schmecken, womöglich kommt er nun nie wieder….“  Da heult Hulda auf: „Nein Madame, ich hab leider die Würstchen verschüttet.“ – Kurze Pause, da ruft Frido: „Gottlob, der Braten hing mir ja schon zum Hals raus. Noch einmal dieses Menu, und ich wäre NIE wieder erschienen. Nun komme ich sehr gerne wieder.“ (Madame fällt seufzend in Ohnmacht)

Ich bin nicht sicher, ob der Witz so stimmt. Ich bin eine schlechte Witzeerzählerin wie meine Oma Mania selig, die fing immer so an: „Kennt ihr den, wo der sagt…?“ Und dann fügte sie gleich die Pointe an. Wir Enkelchen stöhnten. „Also Ooma…“

Worüber ich heute schreiben will, quasi als Fortsetzung von „No Pain Porn, please“ – hier versprach ich ja als Fortsetzung zu erzählen, wie reagiert wurde, als ich endlich mich zu sagen getraute: Kein Braten mehr, wir reden jetzt einfach mal über Würstchen. Geht dann die überstrapazierte Freundschaft oder das, was ich dafür hielt, weiter oder…. ? Ich will Sie nicht foltern: Sie endeten lehrbuchmässig SOFORT. Ich wurde umgehend abgesägt. Bei dem neuesten Fall war ich meeegafroh und seufzte: Das hätte ich viel früher haben können, diese grässliche Energieräuberin los zu sein.

Und das ging so. Das Telefon läutete, ich habe ehrlich gesagt, auf ein Telefon mit Nummernanzeige umgestellt, um zu sehen, wer anruft. Zum Beispiel Callcenter in Bangladesh, Versicherungsbrooker, Zeitungsaboverkäufer – oder eben Leute, wie gleich folgt. Leider war meine Lesebrille verlegt, ich nahm ab. Es war die SAR-Trulla (mein Codewort), die ich seit fast zehn Jahren (!) nicht mehr live getroffen habe, weil ich längst weggezogen bin. Trotzdem hielten wir Kontakt. Seit Jahren musste ich mir ihre diversen Krankheitsgeschichten, die sich um sie selbst und den alternden Hund (bissige Töle) drehten, anhören, erst anteilnehmend, dann zunehmend mit Zähneknirschen und dem stillen Schrei: Bitte, bitte, nicht schon wieder! Ich kannte fast jede Gräte in ihrem Körper und wenn ich sage, sie war seeeehr ausführlich, dann untertreibe ich noch. Also fasste ich im Zuge meines Planes, mein Leben von auslaugenden, sprich parasitären Beziehungen zu reinigen, den Entschluss, sie endlich statt mit Braten (zuhören) mit Würstchen zu konfrontieren. Da ich ja oft denke: also, vielleicht musst du jemanden doch noch eine Chance einräumen, gab ich ein zwei Anregungen, doch als bloss weitere Lamenti folgten, sagte ich: „Ich fände die Idee, dass du mal ein paar Psycho-Therapiestunden nimmst gut.“ Sie: „Mach ich ja schon, die Physiotherapeutin kommt zweimal die Woche zu mir nach Hause“. Ich: „Nein, ich meine eine PSYCHO-THERAPIE, denn sowas entlastet auch das Umfeld. Ich merke es selbst, ich bin durch deine ewig gleichen Klagen ähem… genervt.“ Sie: „Mit mir stimmt oben alles, wenn du mir nicht mehr zuhören willst, dann telefonieren wir nicht mehr!!!“ Ich (erfreut): „Dann gute Besserung und tschüss.“

Ich muss sogar jetzt noch lachen, weil ich sofort dachte: Ah so einfach geht das, ich hätte vor Jahren Würstchen (bis hier und nicht weiter, bitte) servieren sollen, statt den feinen Braten (brav zuhören und alles abnicken) dann hätte ich gleich gemerkt, dass diese Person mich als Gratis-Telefonseelsorge missbraucht. Eigentlich ist egal, ob man solchen Menschen persönlich oder am Telefon oder virtuell begegnet, es ist furchtbar mühsam. Allerdings habe ich auch gelernt, mich durch den Kontakt mit solchen Leuten selbst zu überprüfen: Bin ich auch so eine Jammertante (ja, manchmal schon)?, bin ich bereit, mich selbst kritisch zu betrachten? (ja, dauernd, ich hoffe, es nützt, auch meinem Gegenüber). Bin ich bereit, Kritik anzuhören? (nicht einfach, aber ich glaube, eine Freundschaft erträgt das und wird durch das Ansprechen und Aushandeln von Konfliktpunkten sogar tiefer). Fazit: Wenn es kracht, weil ich (zu spät) Grenzen setzte, das Gegenüber aber weiterhin Braten erwartete, gibt es keine Hoffnung auf ein Wiedersehen bei einem Menu, das beiden schmecken könnte. Und genau so war es dann auch bei jener Trulla und noch ein paar weiteren, in den letzten anderthalb Jahren. Ich sägte ab, wurde auch mal abgesägt. Und dass dies herrlich befreiend sein kann, weil längst überfällig, war das Beste, was mir jene Telefonjammertante noch mitgeben konnte. Danke!

Foto: Das Bild zeigt mein an/abgesägtes Biobrot aus meinem Gemüseabo-Paket, wobei mir das gesunde Essen aktuell ein wenig aus dem Hals hängt: Ein Königreich für einen fettigen Schoggidonut!! Doch das wäre bereits ein neues Thema….:)

Wie ich den Bra Extender entdeckte!

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Doch erst zu dem Bild, nein, das sind keine Vorhänge, sondern… aber davon später, nur so viel: vermutlich ein Ausverkaufs-Fehlkauf. Und doch die abgebildeten, weissen Textilteile haben mit Vorhängen zu schaffen. Denn auch bei diesen kaufe ich oft die falschen. Ausser vor zwei Jahren, und jedes Mal, wenn ich meine hübschen Gardinen, die weissen und diejenigen mit ganz feinen Blütenranken betrachte, ja, dann weiss ich dass mein Leben vermutlich aus etwas anderen Höhepunkten besteht, als zum Beispiel bei einem Konzernscheff, sagen wir mal bei Syngenta, der kürzlich im Fernseh erklärte, er wolle jetzt als neuer Höhepunkt englisch lernen. Da dachte ich, so ein Trottel, englisch kann ja mittlerweile jeder Häfelischüeler. Aber dann denke ich, dass ja ein Scheff bei Syngenta sowieso ein Idiot ist, okay, okay, ich habe die Aktien mal gekauft, als ich noch nicht wusste, was das für eine grusige Firma ist, dann angewidert – man kann sich ja informieren, was man so alles kauft und konsumiert – wieder verkauft. Ich unterstütze nämlich keine Verbrecherbanden, die armen Ländern das Saatgut vergiften und stehlen. Wieso sind solche Firmen eigentlich so gerne in der Schweiz? Ich würde die gleich ausweisen lassen, mitsamt dem Scheff, der mich ja meinetwegen auf chinesisch verfluchen könnte. Wo war ich, genau bei meinem neuen Höhepunkt, dem Ausverkauf.

Jetzt muss ich betonen, dass der Detailhandel so eine wie mich sehr gern haben muss. Denn nie (also gut, ein- oder zweimal schon…) käme ich auf die Idee, sagen wir mal BHs online zu bestellen. NEIN, diese Kleidungsbestandteile, die wir Frauen tragen müssen, müsste ich ja dann unter vielen Verrenkungen in meinem kleinen Badezimmer probieren, auf und ab hüpfen, um einen Blick in den Spiegel zu erhaschen, nichts würde passen, denn online haben ja spargeldünne Fröleins die BHs an, das sind Welten zu meinen Kurven, kann ich Ihnen versichern. Wer so Werbung schaltet, in der sich Frauen lasziv (und gesundheitsschädlich) räkeln, hat keine Ahnung vom wahren Leben. Normale Frauen hassen es, Dessous, im Klartext: Unterhosen, Behas, Pischamas kaufen zu müssen. Ich persönlich schiebe sowas stets mindestens zehn Jahre hinaus, bis ich meinen kümmerlichen, geflickten, ausgeleierten (und doch ans Herz gewachsenen) Unterwäscheberg betrachte und weiss: Wenn du jetzt nicht endlich zwei BHs kauft, bist du unglaublich tief gesunken! Wobei ich kurz doch getröstet wurde, als unter sogenannten Stars umgefragt wurde, ob sie denn so auf farbliche abgestimmte, hübsche Dessous achten würden?, worauf ALLE sagten: ähem, eher selten. Bingo, nicht mal die!

Trotzdem, es ist Sommer, es ist Ausverkauf oder Sale, eben einfach Ausverkauf. Und tatsächlich kaufte ich deshalb hurtig ein paar Kleidungsstücke ein, die in diversen Läden heruntergesetzt waren. In einem sagte ich zum Frölein, als ich die Kleiderberge auf Stapeln und Bügeln ansah: „Finden Sie nicht, Sie haben viel zu viel Ware. Das ist doch umweltschädlich. Sozusagen Klamotten-Waste.“ Das Frölein sah um sich, meinte dann leicht gelangweilt: „Finden Sie? Wir haben doch eher wenig Ware“. Da wusste ich, dass unser Planet verloren ist, denn irgendwie muss das Starren auf elektronische Devices einem Grossteil der Menscheit das Hirn weggeblasen haben. Zum Beispiel den EinkäuferInnen von gängigen Kleiderketten. Unter Mitnahme von zwei Ausverkaufs-T-Shirts, korrekte Bio-Baumwolle, ein Shirt soll laut Deklaration „destined to be recycled“ sein, wie und wo, getraute ich mich nicht zu fragen. Noch nicht. Aber ich werde es tun.

Ich bin überhaupt wahnsinnig umweltbewusst geworden. Mein Auto langweilt sich in der Tiefgarage. Okay, weil ich so mit 60+ immer langsamer und zunehmend unsicher (Autobahn, NEVER!!!!) fahre. Da kann ich gerade so gut laufen. In echte Läden, die ja wahnsinnig unter der blödsinnigen Online-Bestellmanie leiden, will heissem unter grassierendem Umsatzschwund. Dabei ist Live-Shopping so schön. Bei Beldona, wo ich zwei BH’s aussuchte, assistiert von der reizenden Verkäuferin, die mich zur geräumigen Umkleidekabine, schön luftig kühl mit nettem Hocker, GROSSEM Spiegel geleitete. Und dann, als ich sagte, oh schade, superbequem, aber hinten etwas zu eng, machte sie mich mit der Erfindung des Jahrhunderts bekannt: Nicht Mondrakete, nicht Internet, nicht Iphone, nein, es ist der Rücken-Verlängerungssteg für BH’s, modisch Bra Extender genannt. Ich jubelte und sagte: „Wieso musste ich 64 werden, ohne den Bra Extender kennen gelernt zu haben?!“ In dem Päckli hats einen weissen, einen schwarzen und einen fleischfarbenen. Ausser diesem sind bereits alle in Betrieb und funktionieren problemlos, was man ja von den vorgenannten Jahrhunderterfindungen nicht behaupten kann.

Bei Triumph war dann die Verkäuferin nicht nur so alt wie ich, sondern auch noch sehr nett, was ich mit dem Kauf eines unglaublich bequemen Pischis belohnte. Auch weil ich dieses in der noch schöneren und grösseren Kabine anprobieren durfte. Ich wäre am liebsten gaaanz lange dort geblieben. Sowas erlebt man nie beim Online-Shopping zuhause in der tüppigen Wohnung oder im viel zu kleinen Bad. Mittlerweile gehe ich, früher Einkaufsmuffel, geradezu gerne live shoppen, zum Beispiel heute in den Globus. Auch weil ich einen Gutschein hatte, den ich noch einlösen musste. Im Globus kommen mittlerweile auf einen Kunden/eine Kundin circa zwanzig charmante und hilfsbereite VerkäuferInnen. Wieso soll man also zuhause hocken, einsam die Wand anstarren, wenn man in den Läden so viel Ansprache hat? Alle möchten einem helfen und natürlich so nebenbei all die Sachen verkaufen, die eine Einkaufsabteilung auf Speed geordert hat.

Im ersten Stock prallte ich erst erschreckt zurück, die Kosmetikabteilung macht sich dort nämlich wie eine Art Scifi-Horror-Labor in Tausend Farben gleich neben den Rolltreppen breit. Auf riesigen Paletten liegt das Zeugs bereit, dass wir uns Frauen ins Gesicht schmieren sollten. Das habe ich schon lange aufgegeben, nicht jedoch schallend zu lachen, wenn in der Werbung der neueste Mega-Blockbuster-Booming-Paintitblack-Mascara beworben wird. Mein Gott, kein Wunder sind wir Frauen immer noch im Hintertreffen, wenn wir unsere Lebenszeit, vor allem die am Morgen damit vergeuden, aufzurüsten, wie wenn wir in den Bürokrieg ziehen müssten. Was allerdings nicht so daneben liegt.

Und jetzt wollen Sie sicher wissen, was auf dem obigen Foto denn nun abgebildet ist. Es ist eine Hose, die mich unten halt an hübsch bestickte Vorhänge erinnerte. Solche, die in den Schöner-Wohnen-Heftli in der Nordseestrand-Kate mit Reetdach in der Meeresbrise wehen. Seufz. Nun ja, ich kaufte die Vorhänge, äh die Hose, wehrte lächelnd ab, als die nette, ältere Verkäuferin vorschlug, doch gleich ein paar weitere Teile anzuprobieren. Ich schaute die Hose an, das herzige Top, sah mich schon äusserst adrett irgendwohin schreiten, Komplimente einheimsen. Das wird nicht klappen: Das Töpli, das an der Stange so gross aussah, kneift. Die Hose ist unverschämt transparent. Wie gut, dass ich darunter nun einen nicht löchrigen, nagelneuen Slip trage. Trotzdem, es war ein Fehlkauf. So what, ich habe schon für viel unpassendere Dinge Geld ausgegeben, als heute den Detailhandel zu beleben!

Auf http://www.marianneweissberg.ch und http://www.vollreif.ch wird aktuell noch äs bizli umgebaut… aber stöbern Sie doch ein wenig hier im Archiv oder lesen Sie eines meiner Bücher, siehe oben im Menu unter EditionVOLLREIF.

No „Pain Porn“, please!

Zu viel geschrieben

Ja, ich bin wieder da. Wie oft ich bloggen werde, keine Ahnung. Ich wurde von meiner Pensionierung letzten Herbst irgendwie überwältigt: ES IST EIN GANZ NEUES LEBEN!  Jetzt ist es nicht so, dass ich mein Berufsleben 9 to 5 plus Überstunden in einem mehr oder weniger komfortablen Büro ableistete. Ich war und bin – denn das Schreiben kann man auch in Rente nicht einfach abstellen – immer freiberuflich arbeitend, will heissen im Home Office (neumodisch so genannt, in echt: im Pischama am Ess/Arbeitstisch Komfibrot kauend und daneben eine Deadline abschreibend). Meine Pensionierung war also nicht ein abruptes Wegschupfen aus der gewohnten Büroumgebung, und dann sitzt man plötzlich solo zuhause und sagt sich, Hilfe, ich bin gaaaanz alleine, niemand denkt mehr an mich. Sowas war und ist für mich der Normalzustand. Von daher bin ich sehr privilegiert: Ich kenne mein zuhause in und auswendig, ich musste schon immer sorgfältig haushalten, vorallem mit dem lieben Geld. Also hat sich diesbezüglich wenig geändert. Andere Bereiche durchaus, jedoch in einem anderen Tempo. Und das ist gut so.

Mein grösster Ehrgeiz war und ist es immer noch, mich glücklich auf dem Sofa zu räkeln. Und horizontal zu lesen, als Pensionierungsgeschenk bestellte ich ein Abo für den New Yorker, natürlich die Printausgabe, die wöchentlich in meinem Briefkasten liegt. Dazu ein Abo für eine neue Frauenzeitschrift, die meist gut gemacht ist. Und als literarisches Praliné ein Buchabo einer Londoner Buchhandlung. Ich durfte dabei die Richtung vorgeben, der Rest war Surprise, nun wird mir alle zwei Monate ein schön eingepacktes Buch geliefert, inklusive edlem Buchzeichen. Jetzt können Sie sich vorstellen, hoffentlich, dass ich damit praktisch ausgelastet bin. Noch ein bisschen Entrümpeln, Staubwischen, mein Biogemüse-Abo, genau das habe ich mir auch geleistet, wegzukochen. Zur vierzehntäglichen Lieferung gehört das beste Brot der Welt, das ich bis auf das letzte Krümmelchen verputze. Sooo fein. Kein Vergleich zu den Turboaufgeblasenen Broten, die man sonst so kriegt. Am besten gefiel mir am Biohof, dass dieser vor 35 Jahren bereits an jenes Restaurantkollektiv lieferte, in dem ich in meiner Hippiezeit kochte und servierte. Ich liiiebe solch altmodische Beständigkeit, sie gibt mir Gewissheit, dass es Dinge gibt auf dieser Welt, die schon lange da sind und noch lange da sein werden. Vorausgesetzt, sie werden beachtet und genutzt!

Natürlich widme ich meine Zeit auch der Frage, wieder ein Hund oder lieber nicht? Nach dem Tod meiner lieben Goldenretriever-Hündin musste ich mich erst mal erholen, es war, wie zwei Jahre lang ein gebrechliches Grosi zu pflegen. So hatte ich mir meine Sechzig plus nicht vorgestellt: Die Alte mit dem alten Hund. Ich gebe zu, ich habe gehadert, aber es war nun mal so, und sie hatte sicher eine glückliche letzte Zeit mit mir, und ich mit ihr. Aber will ich wieder so verpflichtet sein? Und will ich wieder meine Tierhaarallergie spüren? Das Schniefen und Augenreiben nahm ja merklich ab, inklusive Taschentuchverbrauch, nachdem Ira in die ewigen Jagdgründe abgereist war, doch irgendwann kam es wieder, inklusive verschnuderter Tempos. Und so dachte ich, dann ist es ja Hans wie Heiri: mit oder ohne Hund. Trotzdem, ich beschloss, meinen aktuellen Allergiestatus testen zu lassen. Für alle Welpen-Fälle.

Da ich ja Discount versichert bin, für mehr langts nicht als ehemalige Freiberuflerin… Ja, ich weiss, ich hätte auch Karriere machen können, hätte nun eine anständige Altersversorgung, aber hätte ich wirklich in einem dieser vielen sinnentleerten Berufe, die etwas „schaffen“, das niemand braucht, mein Leben vergeuden wollen? Und wenn ich mir das durch den Kopf gehen lasse, wenn ich damit hadere, dass ich jetzt nicht nonstop reisen kann, mir dies und das und auch noch jenes kaufen kann, mich genüsslich meinen „Krankheiten zu widmen, dann muss ich lachen: Ich mag nicht reisen, ich hasse Ferien machen. Es wäre mir lästig, ein neues Auto zu kaufen, ich bin zu faul, ein neues Smartphone zu verstehen. Und ich bin glücklicherweise zu „arm“, mir viele teure Krankheiten zuzulegen, die dann in einem Privatspital behandelt werden müssen.

Item, ich wollte ja über meine Allergie berichten. Zufällig verschlug es mich in die in einem Privatspital residierende Praxis einer Allergologin. Die Praxis war so toll eingerichtet wie im Schöner Wohnen Heftli. Ich betete, dass ich lange warten müsste, denn die ausgelegten Heftli waren allesamt aus dem Hochglanzsegment, das Sofa war so ein Wunschmodell, das man im Möbelladen ehrfürchtig ausprobiert. Die Ärztin war ein Catherine-Deneuve-Lookalike, und als sie kurz rausging, sprintete ich ans Fenster, um die Millionenfranken-Aussicht auf den Zürisee zu geniessen. Als ich rausging, an dem Empfang des Spitals vorbei, an dem adrette Hostessen statt wie früher mürrische Krankenschwestern sassen, dachte ich, kein Wunder, dass so viele meiner Sixtish-Bekannten, die da freudig ein- und ausgehen, dauernd von ihren Krenks, die sie umfassend an solchen Orten behandeln lassen, erzählen wollen. DAS INTERESSIERT MICH ABER NICHT!

Ich denke bei den unappetitlichen Stories sofort an all die wirklich armen Leute, die sich nicht mal eine Grundversorgung leisten können, und dann denke ich auch an all die hiesigen, windigen Luxus-Operateure und das gefrässige Privatspitalbusiness, das meiner Meinung nach abgeschafft werde müsste, weil wir die Kosten allesamt tragen müssen. Wären meine (hypochondrischen) Bekannten, wenn sie in einen furznormalen Spital oder zu einer stinknormalen Hausärztin gehen müssten, nicht umgehend wählerischer, ob sie diese oder jene OP machen müssten? Ich glaube ja! Also Holzklopfen natürlich, man weiss ja nie, zum Beispiel gestern, als ich eine Arschbombe im Bad hinlegte, weil ich auf dem Badzimmerteppich ausschlipfte. Doch ich krachte in den flexiblen Teil der Duschwand, die wundersamerweise sanft aufging, so dass ich relativ unschlimm in der Dusche aufschlug. Dann sass ich ein bisschen auf dem kalten Badzimmerboden und seufzte: Glück gehabt. Dankevielmals meinem Schutzengel. Ich stand auf, legte mich zwei Stunden aufs Sofa. So geht’s also auch, mit Dankbarkeit, für das, was nicht alles passiert ist. Ich finde sowas wesentlich heilsamer, als andere mit moderner „Pain Porn“ – zuzutexten.

Man muss sich bloss getrauen, die Lamenti nach maximal zwei Minuten mit einem: Und jetzt reden wir über etwas anderes!, zu parieren. Und sich selber auch daran zu halten. Ich bin mal gespannt, wie meine Bekannten auf meinen neuen Tenor reagieren?

P.S. Meine Website www.marianneweissberg.ch ist momentan bei meinem Web-Doc in einer virtuellen Reha. Das dauert noch ein bisschen…

Mein Mini-Sabbatical…

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Liebe Leser und Leserinnen, ich mache ab sofort eine Pause und bin dann mal weg…. es gibt ja so viel Schönes & Feines ausserhalb der virtuellen Blog-Welt zu entdecken! Was Magen und Hirn erquickt. Bis ich wieder da bin, dürfen Sie gerne im Archiv stöbern oder auch bei http://www.vollreif.ch: kurzweilige Lektüre für alle Lebenslagen… see you soon…

Eeeendlich (glücklich) jobless in Züri!

relax

Der Titel könnte in die Irre führen, nein, ich bin nicht in jenem Sinne arbeitslos, so wie in der Wirtschaftskrise 2008/9. Damals warfen ja unanständige Firmen ihre Leute flugs raus, nicht weil sie an Geldmangel litten, sondern an Anstand. Denn umgehend wurden wieder Leute eingestellt, die man billiger besorgt hatte. Das war damals für mich sehr bitter. Aber daraus entstanden auch wieder neue Bücher, so ein hübsch fotografiertes Kochgeschichtenbuch, wie ich mich durch die Krise kochte und fotografierte. Und noch einiges anderes, wie ab 2010 mein Kolumnen/Blog-Bränd „Weissbergs Weissheiten“, die sich bis neulich  durch drei Online/Printmedien kolumnierten. Verdient habe ich damit eher wenig. Mich zunehmend zensieren & schikanieren lassen. Das widerte mich an.

Und drum war ich erleichtert, als sich im letzten Medium die neue Scheffredaktörin dermassen taktlos ein- und aufführte, dass ich meinen Hut nahm. Auch, weil ich ja vor einigen Tagen 64 wurde, damit ganz offiziell Rentnerin bin. Ist das nicht ein glücklicher Zufall? Ich lass mir das auch nicht madig machen, vom grad aktuellen Hype, rentnernde BabybommerInnen als faul und gierig zu bezeichnen. Wir haben ein Arbeitsleben lang unsere AHV-Beiträge abgeliefert, wir Frauen haben dazu noch dicke Bäuche herumgetragen, den Inhalt herausgepresst, jahrelang Fudi geputzt, schlaflose Nächte wegen kreischender Kids, schlecht bezahlter Knochenjobs, nahender Altersarmut gehabt. Ich bin ganz sicher, diejenigen Jungen, die jetzt ihre Beiträge bezahlen, sind uns sehr dankbar, dass wir sie erzeugt und versorgt haben!

Im Gegensatz zu solch doofen Babyboomer-Lügenmärlis in den Medien begegnen mir junge Menschen also mit Mega-Respekt und neiden mir meinen sauer verdienten Ruhestand überhaupt nicht.  Das mag an meinen grauen Haaren liegen, die ich längst nicht mehr färbe. Wozu auch? Ich muss keinem Scheff mehr höbelen, nicht mehr jung aussehen und nett sein, weil ich fürchtete, irgendeinen ungeliebten  Job zu verlieren. Jetzt ist es so, wie es ist: Ich kriege die AHV, dazu ein wenig Pensionskassenrente, weil ich endlich glücklich jobless bin dank Vollreife. Will heissen, ich kann tun und lassen, was ich will. Muss mir nichts mehr vorschreiben lassen, von jemandem, der oder die die Empathie einer Tomate hat. Ist es nicht ein herrlicher Luxus, die Füsse hochzulagern, das Nichtstun zu geniessen, so wie ein feines Essen? Ein wenig auf dem Balkon herumzustehen, an den Pflanzen zu zupfen. Eigentlich plante ich, nach dem Tod meiner Hündin in die Ferne zu reisen. Ich dachte, jetzt bist du total ungebunden, dann merkte ich, ich will gar nicht. Nirgendwohin, hier ist es schön. Wenig tuend. Lesen, was ich will. Vielleicht lese ich mich mal durch meine eigenen Bücher. Vielleicht, vielleicht, oder auch nicht. Herrlich!! (P:S. Was ich jetzt tue oder lasse, können Sie natürlich weiterhin auf diesem Weissheiten-Blog erfahren…)

http://www.vollreif.ch zeigt all die erwähnten Bücher, man kann online bestellen oder gleich direkt bei mir abholen, ich bin ja jetzt immer Daheim  🙂